Eine Hommage an Heinz von Foerster · 1911–2002

Wer beobachtet
den Beobachter?

Diese Seite gibt keine Antwort.
Sie ist eine Einladung.

Vielleicht bekommen wir
zusammen heraus,
was das bedeutet.

Vier Geschichten

Vier Momente.
Kein Kommentar.
Eine Frage.

Radikale Redlichkeit

Pescadero, Californien · Sein selbstgebautes Haus

Heinz von Foerster hatte eine Freundin zu Gast. Sie war Vegetarierin. Jeden Morgen brachte er ihr einen Teller mit Obst — und ein Messer zum Schälen.

Das weiß ich nicht.

Deine Frage:

Was weißt du über jemanden — und sagst es trotzdem nicht?

Staunen statt Angst

Ein Gespräch · Irgendwann, irgendwo

Ein Journalist konfrontierte ihn: Wenn jeder seine eigene Wirklichkeit konstruiert, gibt es keine allgemein gültige Realität mehr. Das bricht doch alles zusammen.

Ja, genau. Ist das nicht schön?

Deine Frage:

Wann hast du zuletzt Staunen gewählt, wo andere Angst hatten?

Lernen als gemeinsames Entdecken

University of Illinois · Biological Computer Laboratory

Studenten baten ihren Professor, die Relativitätstheorie zu erklären. Er war Physiker. Er wusste es. Er hätte erklären können.

Relativitätstheorie — das ist sehr interessant. Vielleicht bekommen wir zusammen heraus, wie die funktioniert.

Deine Frage:

Was hättest du erklärt — und was hättest du damit verschlossen?

Das Modell und die Lücke

Über Physik · Und über alle Modelle

Von Foerster beobachtete, wie Physiker mit Lücken in ihren Theorien umgehen. Wenn das Modell nicht stimmt, wird nicht das Modell in Frage gestellt.

Immer, wenn die Physiker eine Lücke in ihrer Theorie haben, erfinden sie ein Teilchen, das genau da reinpasst.

Deine Frage:

Welches Teilchen hast du erfunden, um dein Modell zu retten?

Das verbindende Muster

Augenhöhe als epistemologische
Notwendigkeit — nicht als Methode.

Er tritt neben das Gegenüber

Nicht davor. Nicht dahinter. In keiner der vier Situationen stellt er sich über sein Gegenüber — nicht mit Wissen, nicht mit Erklärung, nicht mit Kritik.

Keine Technik — eine Konsequenz

Augenhöhe ist bei ihm keine pädagogische Methode. Er kann nicht über andere stehen — weil er weiß, dass seine Konstruktion nicht mehr wert ist als die des anderen.

Er öffnet Möglichkeiten

Sein ethischer Imperativ in Aktion: Handle stets so, dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst. Jede seiner Antworten öffnet — statt zu schließen, zu erklären, zu beenden.

KybernEthik

Sein Wort.
Sein Leben.
1993.

KybernEthik ist von Foersters eigene Wortschöpfung — Titel seiner Autobiographie, erschienen 1993 im Merve Verlag Berlin.

Kybernetik und Ethik, zusammengedacht. Weil beides für ihn dasselbe war: Wie beobachte ich — und was folgt daraus für mein Handeln?

Diese Domain trägt seinen Titel. Als Hommage. Und als Frage.

Die Beobachtung der Beobachtung

Strukturell notwendig, nicht zufällig

Historisch abhängig, unvorhersehbar

Handle so, dass Möglichkeiten wachsen

Freiheit als Zumutung

Sein Wort für sich selbst

Sein Wort. Sein Leben. 1993.

»Vielleicht bekommen wir zusammen heraus, wie das funktioniert.«

Heinz von Foerster · An seine Studenten