Eine Hommage an Heinz von Foerster · 1911–2002
Wer beobachtet
den Beobachter?
Diese Seite gibt keine Antwort.
Sie ist eine Einladung.
Vielleicht bekommen wir
zusammen heraus,
was das bedeutet.
Illustration: U of I publicity dept, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Vier Momente.
Kein Kommentar.
Eine Frage.
— 01 / Das vergessene Messer
Radikale Redlichkeit
Pescadero, Californien · Sein selbstgebautes Haus
Heinz von Foerster hatte eine Freundin zu Gast. Sie war Vegetarierin. Jeden Morgen brachte er ihr einen Teller mit Obst — und ein Messer zum Schälen.
— 02 / st das nicht schön?
Staunen statt Angst
Ein Gespräch · Irgendwann, irgendwo
Ein Journalist konfrontierte ihn: Wenn jeder seine eigene Wirklichkeit konstruiert, gibt es keine allgemein gültige Realität mehr. Das bricht doch alles zusammen.
— 03 / Vielleicht bekommen wir es heraus
Lernen als gemeinsames Entdecken
University of Illinois · Biological Computer Laboratory
Studenten baten ihren Professor, die Relativitätstheorie zu erklären. Er war Physiker. Er wusste es. Er hätte erklären können.
— 04 / Das passende Teilchen
Das Modell und die Lücke
Über Physik · Und über alle Modelle
Von Foerster beobachtete, wie Physiker mit Lücken in ihren Theorien umgehen. Wenn das Modell nicht stimmt, wird nicht das Modell in Frage gestellt.
Das verbindende Muster
Augenhöhe als epistemologische
Notwendigkeit — nicht als Methode.
I
Er tritt neben das Gegenüber
Nicht davor. Nicht dahinter. In keiner der vier Situationen stellt er sich über sein Gegenüber — nicht mit Wissen, nicht mit Erklärung, nicht mit Kritik.
II
Keine Technik — eine Konsequenz
Augenhöhe ist bei ihm keine pädagogische Methode. Er kann nicht über andere stehen — weil er weiß, dass seine Konstruktion nicht mehr wert ist als die des anderen.
III
Er öffnet Möglichkeiten
Sein ethischer Imperativ in Aktion: Handle stets so, dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst. Jede seiner Antworten öffnet — statt zu schließen, zu erklären, zu beenden.
KybernEthik
Sein Wort.
Sein Leben.
1993.
KybernEthik ist von Foersters eigene Wortschöpfung — Titel seiner Autobiographie, erschienen 1993 im Merve Verlag Berlin.
Kybernetik und Ethik, zusammengedacht. Weil beides für ihn dasselbe war: Wie beobachte ich — und was folgt daraus für mein Handeln?
Diese Domain trägt seinen Titel. Als Hommage. Und als Frage.
»Vielleicht bekommen wir zusammen heraus, wie das funktioniert.«
Heinz von Foerster · An seine Studenten
Wir.